Ich weiss was du willst

von

Ja, ich las ein Buch

oder las das Buch in mir?

Seitdem E-Reader die Verweildauer auf Seiten messen und nach Hause funken, verlor die Einleitung an Unsinn.

Früher bezog der Leser seine Wechselwirkung aus den Schriftzeichen, Silben, Wörtern eines Buches, einer Zeitung oder Briefes. Die ihn durch alle Nuancen seines Gefühlslebens schicken konnten. Heute schaut der Leser Filmchen. Bunte Bilderchen zeigen dir das, was eine Software erdacht hat, die weiss, was du sehen möchtest.

Als Grundlage dienen die Bilder, Filme die du sahst. Deine Selfie-Kamera am Handy oder am Notebook überwacht die Bewegung deiner Augen, die Software erkennt was dich ängstigt, was dir gefällt. Sie zeigt dir die Dinge, die dein Gemüt nicht in Wallung bringen. Damit du funktionierst? Nicht zweifelst?

Und während du diese Buchstaben, Silben, Wörter liest - bist du sicher, dass die gelesenen Zeilen noch aus den Worten bestehen, die du denkst, sie gesehen zu habe?

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